Wie bei mir alles begann...
Es gibt viele Gründe, „aufs Rad zu steigen“ und sich die Welt aus dem Sattel eines Zweirades anzusehen. Sie können hier nicht alle aufgeführt werden, nur so viel:  
Die ehrgeizige Beschäftigung mit bicyclen „Präzisionsinstrumenten“ wie Rennrad, Mountain-Bike o.ä. hat auch seine Nachteile. Die Grenzen zwischen Sport, Freizeit und Vergnügen zu „mehr Sport“, „mehr Freizeit“ und „mehr Vergnügen“ sind nämlich fließend und allzu oft werden die einst fröhlichen Ziele dann bezahlt mit Anstrengungen, Stress und ungeliebten Erschöpfungszuständen. Aber der Reihe nach….

Als ich Anfang der 80er-Jahre mit dieser reibungsloseren Art der Fortbewegung begann, ahnte ich noch nicht, dass dieses Hobby für mich die Jahrhundertwende überdauern würde ! Aber bereits mein erster Ausritt mit geborgtem Rennrad überzeugte mich von der Gefälligkeit dieser Fortbewegung und in der ersten Euphorie – nach durchlebten Höllenqualen am ersten Berg (Col de Kuralp, 400 m) ! – fiel es mir fast schwer, weiter an die Gravitation zu glauben ! Zu leicht schnurrte das Gerät mit seinem geringen Eigengewicht über den Asphalt, zu leicht ließ es sich durch Kurven lenken und steuern, zu leicht war die Übersetzung von Eigengewicht in Geschwindigkeit !

So war also meine Initiation zum „Rennrad-Sport“ gelungen und es dauerte auch nicht mehr lange, bis ich mir ein Einstiegsmodell für mein neues Freizeit-Vergnügen zulegte: Zu der damaligen Zeit natürlich in Stahl, mit ‚gutem Reynolds-Rohr’ und deftigen Weinmann-Bremsen. Es kam ganz in Hellgrün daher und versah mir gute Dienste – bis zu meinem ersten Unfall ! Aber davon später, bzw. davon wird nicht erzählt, denn eigene Peinlichkeiten gehören hier nicht her !
 
Inzwischen habe ich – immerhin erst nach 23 Jahren ! – das Material gewechselt, nachdem ich 1993 noch einem schicken Stahl-Renner (Pinarello ‚Gavia’) den Vorzug gab. Bei einem Pinarello ist es 2005 geblieben, allerdings diesmal in der Mischung Aluminium und Carbon. ‚Galileo’ heißt meine neue Liebe, auch wenn der Name eher in die Raumfahrt passt als auf den schnöden Asphalt der Straße. Wie Kenner unschwer erkennen, begnüge ich mich zu Recht mit „guten Trainingsrädern“, frei nach der Erkenntnis: „Was man am eigenen Leib nicht einspart, kann man am Radgewicht nicht wett machen !“

Treu geblieben bin ich immer noch dem 2er-Kettenblatt, obwohl ich inzwischen dem Alter mit einer Kompaktkurbel Tribut gezollt habe (36). Wenn „der Berg ruft“ statte ich in Ermangelung fleißiger Trainingseinheiten den Antrieb allerdings mit ‚größtmöglicher Wirkung’ aus, nämlich mit einem 27er-Ritzelpaket und seit kurzem einem 34-Kettenblatt. Soviel zur Hardware !

An dieser Stelle möchte ich zwanglos einige meiner schönsten Fahrrad-Erlebnisse und –Touren vorstellen und das eine oder andere zum Besten geben. Wen es interessiert, der mag es hier lesen:


Räder, Reifen und Erinnerungen .....

Im Zeichen der Rückbesinnung mag man vielleicht seinen eigenen Einstieg in die Fahrrad-Welt verklären oder aber als besonders schwierig empfinden.  Meine ‚Karriere’ begann lange vor der Erkenntnis, dass ohne Rennrad keine fahrrad-technische Weiterentwicklung möglich ist ! VomKinderrad - ein tolles Blau ! - führte mich der Weg über so manchen Drahtesel erst sehr spät zu den Hightech-Boliden.
Blick vom  Col d’Aspin (1489 m)
in Richtung Spanien.

Nach 13 km  erreicht man im Tal den Ort Arreau. Von dort geht es in Blickrichtung links zwischen den Bergen hindurch hinauf  zum Col de Peyresourde (1569 m).