Vlastimil Hort - Viktor Kortschnoi

Artur Jussupov - Bent Larsen

Eugenio Torre - Peter Svidler

Artur Jussupov - Bent Larsen

GM Turnier in Bad Homburg, 1998

Wolfgang Unzicker vor der Turniertabelle

In der Frankfurter Rundschau habe ich am 29,.4. einen sehr stimmungsvollen und treffenden Artikel zum Thema „Freud und Leid beim Schachspiel“ entdeckt.


Mit Erlaubnis von Hrn Fischer und der FR habe ich diesen Artikel hier eingestellt und hoffe, dass die Leser  meiner Rubrik ebensoviel Freude an dem Artikel haben werden wie ich !

Die Schilderungen kann bestimmt jeder nachvollziehen, der schon einmal an einem Open-Turnier teilgenommen und dabei bestimmt ähnliche Erfahrungen gemacht hat.


Viel Spaß bei der Lektüre !

30.04.2011																																				„Kampf am Brett“, eine Schachgeschichte in der FRANKFURTER RUNDSCHAU Schachgeschichten:  Schach und Symmetrie - Kampf am Brett - GM-Turnier Bad Homburg 1998  - BL 2009 / SV Griesheim 10.05.2011																																				Schach und Symmetrie - Wie symmetrisch ist das Schachspiel ?

„...Mit dem geometrischen Begriff „Symmetrie“ bezeichnet man die Eigenschaft, dass ein geometrisches Objekt durch bestimmte Umwandlungen auf sich selbst abgebildet werden kann, also unverändert erscheint. (Zitat Wickipedia) ..“


Das Schachspiel bietet mit seinen 64 Feldern, den Postitionen seiner Figuren, mit vielen Motiven im Ablauf einer Schachpartie Assoziationen zur Symmetrie. Nun mag es einem Schachspieler relativ egal sein, wie „symmetrisch“ seine Postition erscheint, ihm ist eigentlich nur das Ergebnis wichtig - möglichst natürlich ein positives. Aber schon beim oberflächlichen Studiums des Spiels, zeigt sich, dass die Kenntnis von symmetrischen ‚Objekten’ beim Schachspiel äußerst wichtig ist. Die hinlänglich bekannte ‚Opposition der Könige’ im Endspiel ist ein Beispiel dafür.


Während eines Open-Turniers hatte ich vor Jahren ein sehr schönes Erlebnis zu diesem Thema. Dort spielt ein - damals noch - jugoslawischer Meister im Foyer Blitz gegen Interessierte, wobei er immer nur eine Minute pro Partie für sich einstellte, seinem Gegner aber fünf Minuten zubilligte. Der Einsatz waren jedesmal 5 DM. Nach einigen Spielen hatte er wohl genug von seiner Überlegenheit und gab den Zuschauern ein spannendes Rätsel auf.


Damenturm-Matt in 5 Zügen


„Welches ist erster Zug mit linkem Turmbauern, für Matt mit Damenturm in 5 Zügen ?“


Ob dieser Frage begann natürlich großes Grübeln im Halbreis der Schachadepten, bis sich schließlich jemand erbarmte und schüchtern den Zug 1.a4 auf dem Brett ausführte, in der Meinung, dass dies die mutigste Annäherung an das Problem wäre !


„Völlig falsch !“ kommentierte der Meister und zeigte uns die Lösung:

„1 a3 !!!“ Dies ist korrekter Zug, nur der gewinnt in 5 Zügen Matt!“


Das war natürlich überzeugend. Auch wenn der schwarze Monarch und sein getreuer Läufer mithelfen mussten, es war doch eine verblüffende Lösung. Prompt folgte darauf natürlich die nächste Frage in der durchaus begründeten Hoffnung, dass die Schüler etwas gelernt hatten:





Königsturm-Matt in 5 Zügen


„Und  weil sie gelernt haben von erstem Fall, wissen sie  jetzt natürlich, welches ist erster Zug mit rechtem  Turmbauern !??“


Diesmal gab es weniger Grübeln und nach kurzer Zeit schob ein Zuschauer - in der Erkenntnis, verstanden zu haben - den rechten Turmbauern ein Feld vor auf h3. Ein verzweifelter Aufschrei des Meisters war die Folge..


„Wieder völlig falsch ! Sie haben nicht aufgepasst ! Richtig ist 1. h4 !! Bauer muss zwei Felder nach vorne, nur  das ist korrekter Zug, der gewinnt“


Es gab natürlich viel Gelächter und endlich war allen klar, warum Schach symmetrisch ist !!

Grundstellung im Schachspiel

Lienien, Reihen und Diagonale bieten ein symmetrisches Bild

1.a3!  Nur so !!!

Hier können Sie die Zugfolge nachspielen:

Damenturm-Matt in 5 Zügen !


1.h4 !! Natürlich, Schach ist auch Symmetrie !


Hier können Sie die Zugfolge nachspielen:

Königsturm-Matt in 5 Zügen !


Chen Zhu (WGM) - Rustem Dautov

Hort, Vlastimil 2510 - Kortschnoj, Viktor 2625 0-1 A13 Bad Homburg (9) 26.07.1998 2009                                                            Schach-Bundesliga bei SV Griesheim 1976  Ein kleiner Schnupperkurs in Sachen Profi-Schach

„Der SV Griesheim steht vor seiner größten schachlichen Herausforderung ...in seiner Schachgeschichte !“ schreibt der 1.Vorsitzende, Prof. Dr. Joaquin Diaz, in seinem Grußwort zum Beiheft. Und tatsächlich hat diese Mannschaft mit ihrem Aufstieg in die 1. Bundesliga Großes geleistet. Und sie stehen als Aufsteiger nach zwei Runden und zwei Unentschieden nicht mit leeren Händen da. Respekt !

Am Wochenende 12.-14. November trafen sich vier Mannschaften der 1. Bundesliga zur 3. , 4. und 7. Runde in Griesheim. Und am Samstag musste die SV Griesheim gegen den bisherigen Spitzenreiter, den SV Werder Bremen, antreten. Die Kollegen aus dem Norden kamen mit berühmten Namen und in ihren grünen Vereinstrikots wirkten sie durchaus spitzenreitermäßig.

Im noch jungfräulichen Spielberichtsbogen waren für Werder Bremen nur Großmeister vermerkt, und auch die Dame am 8. Brett, Almira Skripchenko, darf sich zu dieser Elite zählen, wenn auch als WGM. Madame ist Französin und wurde im diesem August die 85. Meisterin Frankreichs. Damit tat sie es ihrem Mannschaftskollegen Lauren Fressinet nach, der bei dieser Veranstaltung Meister bei den Herren wurde. Auch wenn Frau Skripchenko sich laut Interview der Zeitung „Europe Echecs“ (Oktober 2010) zukünftig mehr dem professionellen Pokerspiel verschreiben möchte, ist sie schachlich ein Schwergewicht, wie sie es auch in Griesheim zeigte. Allerdings profitierte sie in taktisch offener Stellung im 17.Zug von einem Fehler ihres Gegners.


Am 6.Brett spielte der Griesheimer  Krzysztof Bulski gegen Zbynek  Hracek eine sehr schöne Gewinnpartie. Griesheim verlor am Ende zwar 3:5., aber am nächsten Tag wurde gegen die Mannschaft aus Delmenhorst gepunktet, ebenfalls mit 5:3.


Die zwei Partien vom 6. Und 8. Brett können hier nachgespielt werden:


6., 8. Brett SV Griesheim - Werder  Bremen

Kurz vor Spielbeginn:  a) In Grün von links nach rechts: Luke McShane, Laurent Fressinet, Zahar Efimenko. B) Ronald Köhler gegen Almira Skripchenko